Besonderer Valentinsabend mit dem Frauenchor

Besonderer Valentinsabend mit dem Frauenchor

FRAUENCHOR HORIZONT LÄDT ZU BESONDEREM VALENTINS-ABEND EIN

GÄNSEHAUT IN DER SPINNEREI

Horizont ist zurück. Der Frauenchor stand nach internen Umstrukturierungen nun erstmals wieder auf der Bühne in Duesmanns Spinnerei und ließ am Samstagabend hören, was geballte musikalische Frauenpower aus Gronau zu bieten hat.

Seit dem vergangenen Sommer leitet Monique Kokkeler den Chor. Die studierte Dirigentin und Sängerin, die ihre Leitungserfahrung unter anderem beim „Orchestra Enschede“ gesammelt hat, dirigiert gekonnt und mitreißend. Die Gronauer Chorfrauen sind sichtlich zufrieden mit der nun fast kompletten Frauenpower des Chors. 

Fast, denn einen Mann gibt es, leicht versteck an der Seite der Bühne, dann doch. Am E-Piano unterstützt Uwe Kronenfeld die Formation an diesem Abend tatkräftig mit immer den richtigen Tönen.

Eröffnet wurde der Abend aber mit einem Klassiker aus männlicher Feder, geschrieben für vier Musiker mit E-Gitarren. „Nothing Else Matters“, im Original von Metallica, einem Metal-Urgestein, also quasi das Gegenteil des Gronauer Frauenchors.

Dennoch interpretierten die Sängerinnen die, zugegeben eher einfühlsame Ballade in ihrem eigenen Stil. Nach anfänglichen Zaghaftigkeiten, erobern sich die Frauen von „Horizont“ dann den Raum, und mit den letzten Worten des Stücks „ forever trusting who we are – and nothing else matters“ raunte jemand im Publikum anerkennend: „Sau-schweres Lied, toll!“

Die Sitzplätze in Duesmanns Spinnerei sind alle besetzt, aber auch dahinter ist schlecht Durchkommen, knapp 300 Besucher und vor allem Besucherinnen wollen „Horizont“ sehen.

Die Moderatorin des Abends Christiane Nitsche hätte sich – auch dem Motto „Valentin“ entsprechend – zwar ein ausgeglicheneres Geschlechterverhältnis gewünscht, aber das hielt sie nicht davon ab, ihr Herz an diesem Abend gleich mehrmals zu verschenken. Von diesen gar nicht übertragen zu sehenden Herzen hatte sie drei an ihrem Outfit prangen und lobte diese für das erfolgreiche Rätsellösen aus. Sie sang „Valentin“ und das Publikum hatte des Rätsels Lösung: Vicky Leandros. Nette Einlage, fliegende Herzen.

Einen ersten Höhepunkt setzte Kristin Hagelskamp. Sie interpretierte „Back to Black“, im Original vom bisher neuesten Mitglied des berüchtigten „Club 27“ – Amy Winehouse. Ein Gänsehaut-Moment und eine bemerkenswerte Stimme in den Reihen des Gronauer Frauenchores.

Alle Chormitglieder zusammen beschließen die erste Hälfte des Abends mit einem deutschen Klassiker, „Schrei nach Liebe“ von den „Ärzten“. Für die Akteurinnen wie auch das Publikum ist der Chorus „Arschloch, Arschloch“ ein großer Spaß und bildet einen würdigen Abgang in die Pause.

Aber selbst die Pause hatte an diesem Abend einen eigenen Programmpunkt zu bieten. Auftritt des Impro-Theaters „Spielart“. Unter der Leitung von Frederik van der Veen haben sich sechs Menschen zusammengefunden, die ihrer Spielkunst und vor allem Spielfreude auf der Bühne den Lauf lassen.

Fünf kreative und in Teilen vom Publikum beeinflussbare Szenen hatte die Impro-Formation dabei und variiert diese unterhaltsam. Eine gelungen energetische Abwechslung zu der – in der Natur der Sache liegenden – Statik des Chorauftritts.

Die zweite Hälfte des Abends begann auf grünen Socken und mit Blick nach vorne. „Bis ans Ende der Welt“ war Song eins, Song zwei kam im Ursprung auch von einem Gronauer, der die Besucher schon im Foyer als silhouettierter Teil eines in Marmor gemeißelten „Horizont“-Logos begrüßte – im Konzert singen die Frauen „Hinterm Horizont“, gefolgt von einem weiteren exzellenten Soloauftritt von Kristin Hagelskamp die John Legends „All of me“ singt.

Die Interpretation von Adeles „Skyfall“ bringt einen großen Moment, „Je ne Parle pas Francais“ weitere Soloeinlagen von Sylvia Hofstedde, Kirsten Reincke und Kristin Hagelskamp. Um das überlagernde Thema „Liebe“ abzurunden, darf aber auch etwas Herzschmerziges nicht fehlen, und das kommt in der Form von Mias „Hungriges Herz“. Anne Tillmann und Sylvia Hoffstedde-Bietmann führten dann den fröhlichen, agilen Abschluss „Zusammen“ (Fanta 4) an.

Die Vorsitzende Ulla Gründken-Conrads spricht die Dankesworte an Sponsoren, Besucher und Mitwirkende. Pianist und „Hahn im Korb“ Uwe Kronenfeld kommt noch mal kurz ins Rampenlicht und freut sich, schnell wieder hinterm Keyboard verschwinden zu können.

Denn natürlich hatten die „Horizont“-Damen noch eine Zugabe in der Hinterhand. Dafür ernten sie angemessenen Applaus und zeichnen sich verantwortlich für einen sehr gelungenen musikalischen Abend in Duesmanns Spinnerei.

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